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Schablonen für Sprühkreide selber basteln

Gestalte dein Motiv!

Mit Sprühkreide präzise Linien und Formen oder sogar Schrift auf den Asphalt zaubern – das ist gar nicht so einfach. Die Lösung aber ist simpel: Schablonen aus Pappe oder Folie helfen dir, dein Revier treffsicher und klar leserlich zu markieren. Vom Motiv über das Material bis hin zur richtigen Schneidetechnik: hier liest du, wie du deine eigene Schablone erstellen kannst.

Von Lea Gröger (VCD)

Materialliste

  • Stifte und Radiergummi oder PC und Drucker
  • Pappe, Folie oder Papier
  • ggf. Laminierfolien und ein Laminiergerät
  • Kleber
  • Skalpell, Teppichmesser oder Schere

Schritt für Schritt

Du hast Sprühkreide selbst gemacht und weißt jetzt nicht wie du gestochen scharfe Bilder auf die Straße bekommst? An selbstgemachte Schablonen hast du dich bisher noch nicht herangetraut? Klar, es ist etwas Geschicklichkeit und Kreativität gefragt. Aber mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung wirst du am Ende mit stolzgeschwellter Brust deine Schablone in den Händen halten.

1 – Bringe deine Motividee aufs Papier
Wenn du dich für ein Motiv entschieden hast, gibt es mehrere Möglichkeiten: Du kannst das Motiv selbst zeichnen oder ein Foto als Vorlage verwenden. Greifst du selbst zu Stift und Papier, solltest du dich nicht zu sehr in Details verlieren. Schattiere die Teile deines Motivs, die später ausgeschnitten werden sollen. Dabei dürfen keine Inseln entstehen, also Bereiche, die du nicht ausschneiden willst, aber drum herum von Bereichen umgeben sind, die später ausgeschnitten werden. Um Inseln vorzubeugen, zeichnest du verbindende „Brücken“ in dein Motiv, die alle Abschnitte intakt halten.
Verwendest du ein Foto als Vorlage, musst du dieses gegebenenfalls noch mit einem Bildbearbeitungsprogramm anpassen und auf wenige Farbebenen reduzieren (Wie das geht, erfährst du zum Beispiel bei WikiHow). Auch hier gilt die Devise: Keep it simple! Am Ende druckst du dein Motiv aus.

2 – Entscheide dich für ein Material
Ist deine Motividee zu Papier gebracht, solltest du dich für ein Schablonenmaterial entscheiden:

  • Pappe ist kostengünstig und schnell beschafft. Die Ränder fransen beim Ausschneiden jedoch leicht aus. Schablonen aus Pappe halten auch nicht besonders lange, da sie schnell durchweichen.
  • Folie (im Handel z. B. erhältlich für Overhead-Projektoren) bietet den Vorteil, dass du deine Fotovorlage direkt darauf ausdrucken kannst. Für kleine Schablonen bis zum Format A4 kannst du das einfach Zuhause erledigen. Für größere Formate wirst du vermutlich einen Copyshop aufsuchen müssen. Selbstverständlich kannst du alternativ auch mit einem Folienstift direkt auf die Folie malen. Das Material ist leicht zu reinigen und die Schablone somit beliebig oft verwendbar (die Umwelt bedankt sich). Der einzige Nachteil besteht darin, dass vor allem großformatige Folien-Schablonen recht instabil sind und vor dem Besprühen gut fixiert werden müssen.
  • Laminiertes Papier: Laminierte Schablonen lassen sich leicht und exakt ausschneiden, wenn du sie zuvor mehrmals hintereinander laminierst. Wie die Folien sind auch sie mehrfach verwendbar. Der Nachteil hier: Die Größe deiner Schablone darf das Format A4 nicht überschreiten.

3 – Schneide deine Schablone zurecht
Für welches Material du dich auch entscheidest: Jetzt geht es ans Ausschneiden! Für deine Schablone aus Pappe oder Folie klebst du deine Papiervorlage auf das Material deiner Wahl. Hast du dein Motiv am PC erstellt und bedruckbare Folie zur Hand, kannst du dein Motiv auch direkt auf die Folie drucken. Für eine laminierte Schablone jagst du deine Papiervorlage in Laminierfolie ein paar Mal durchs Laminiergerät.
Mit einem Teppichmesser oder einer Schere schneidest du nun die schattierten Bereiche deiner Vorlage aus. Benutze dabei unbedingt eine feste Unterlage. Schneide langsam und vorsichtig! Bist du noch etwas unsicher beim Schneiden, hilft dir vielleicht ein Nachbarskind.

4 – Überprüfe dein Motiv
Hast du alle Abschnitte ausgeschnitten, die später farbig werden sollen, kannst du überprüfen wie dein Motiv wirkt. Dafür legst du einfach ein farbiges Stück Papier unter deine Schablone oder hältst die Schablone an eine farbige Wand. Entdeckst du noch Ungenauigkeiten, kannst du diese korrigieren.

5 – Rausgehen und Revier markieren

Jetzt kann es nach draußen gehen. Du brauchst noch umweltfreundliche, selbstgemachte Sprühkreide? Guckst du hier!

Rechtliche Fragen

Wenn du ein Foto als Vorlage verwendest, solltest du ein Motiv zu wählen, das du für deine Zwecke verwenden darfst. Achte also darauf, welche Nutzungsrechte der oder die Urheber/-in anderen einräumt. Über die Bildersuche von Suchmaschinen kannst du häufig nach Bildern filtern, die zur kommerziellen oder nicht-kommerziellen Wiederverwendung und Veränderung gekennzeichnet sind. Auch Medien mit den Creative Commons-Lizenzen „by“, „by-nc“ und „by-nc-sa“ dürfen für die eigenen (nicht-kommerziellen) Zwecke angepasst werden.

Die Schablonen solltest du außerdem nur mit Sprühkreide verwenden. Diese hat den Vorteil, dass sie leicht zu entfernen ist bzw. sich beim nächsten Regen von selbst verflüchtigt. Ein Kreidebild bringt deshalb nicht unbedingt ein rechtliches Risiko mit sich wie ein Graffiti, das als Sachbeschädigung nach § 303 StGB geahndet werden kann. Doch auch mit der Verwendung von Sprühkreide im öffentlichen Raum bewegst du dich unter Umständen rechtlich in einer Grauzone. Ein paar Dinge solltest du deshalb vor dem Drauf-los-Sprühen beachten:

  • Besprühe keine Privatgrundstücke, ohne den Eigentümer vorher zu fragen.
  • Das Bemalen und Besprühen von Straßen ist in vielen Stadtverordnungen verboten, wenn dadurch Rad- und Autofahrer abgelenkt werden könnten. Achte also unbedingt darauf, dass dein Motiv nicht in die Straßenverkehrsordnung eingreift. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden geht vor!
  • Weniger ist manchmal mehr: Ein einzelnes Motiv wirkt gut als Eyecatcher, wohingegen viele Motive auf einmal als Belästigung der Allgemeinheit nach § 118 (OwiG) angesehen werden könnten.

Beachte bitte, dass wir hier keine Rechtsberatung anbieten.
Unsere Hinweise sollen Orientierung geben und sind ohne Gewähr und Rechtssicherheit.
Du solltest vor allem bei speziellen, individuellen Fragen einen Rechtsanwalt konsultieren.

Tipps & Tricks

Tipp 1:
MEHR SCHABLONEN FÜR MEHR FARBE
Möchtest du ein buntes Motiv anfertigen mit mehreren Farbebenen? Dann bereite gleich mehrere Schablonen mit dem gleichen Motiv vor und schattiere jeweils andere Bereiche, die später ausgeschnitten und farbig werden sollen.
Tipp 2:
PLATZ DA!
Achte darauf, dass du mindestens 5 Zentimeter Rand um dein Motiv herum lässt. So bleibt deine Schablone auch nach dem Ausschneiden noch stabil.
Tipp 3:
VOM KLEINEN ZUM GROSSEN
Es ist ratsam, zunächst die kleinen Abschnitte deiner Schablone auszuschneiden und erst am Ende die großen. So bleibt deine Schablone länger stabil und erleichtert dir die Arbeit.
Tipp 4:
BRINGE GEDULD MIT
Gerade beim Ausschneiden ist Geduld gefragt! Ein falscher Schnitt und dein Motiv ist im Eimer. Deshalb gehe am besten Schritt für Schritt vor und schneide lieber erst mal zu wenig aus als zu viel.